Mit dem Klamöttchen im Garten der Kaubstraße haben wir 2015 das erste Mal einen größeren Event konkret mit dem Ort des BDP Büros gut verknüpfen können. Denn das Schöne und Besondere an den Büroräumen der Geschäftsstelle ist sicherlich der Garten.
Unsere Nachfrage, ob wir eventuell ein Beet für Salat und Gemüse anlegen dürfen, wurde von Migdalia Andert sofort begrüßt. Grundgedanke des Hochbeetes war, sich selber im Gärtnern auszuprobieren und die Erträge für Teamtreffen sowie eventuell fürs Klamöttchen zu verwenden. Und auch wenn uns von vornherein bewusst war, dass die Größe des Hochbeetes nicht ausreicht um Massen zu ernähren, ist es doch immerhin ein kleiner eigener Beitrag gegen die globale Landwirtschaft.
Daniela, angehende Gartenbauingenieurin, erklärte sich bereit, Material einzukaufen, den Bau des Hochbeetes während der Juleica-Schulung anzuleiten sowie die Erstbepflanzung zu planen. Der Bau wurde praktisch von den Ehrenamtler_innen umgesetzt. Bei den ersten Choordination Terminen kümmerten sich immer auch Ehrenamtler_innen um das Beet. Ansonsten wurden die Pflanzen täglich von der Bildungsreferentin gepflegt. Die Idee, dass dort wo ein Garten oder Balkon existiert auch ein (Hoch-) Beet angelegt wird, wenn ein Zugang zu Wasser existiert und feste Mitarbeiter_innen oder Ehrenamtler_innen, die sich um die Pflanzen kümmern, müsste eigentlich viel stärker von Umweltministerium – oder weiß ich wem – promotet werden. Denn es ist wirklich eine Freude, den Pflanzen beim Wachsen zuzusehen.
Ach ja, mittlerweile muss man nicht einmal mehr Geld für Samen oder Setzlinge ausgeben, denn in Berlin finden immer mehr Samen- und Pflanzentauschbörsen statt. Es gibt immer mehr Menschen die selber gärtnern, aber nicht hunderte von Pflanzen derselben Art benötigen und lieber tauschen oder verschenken.
Kohlrabi, Tomaten, Radieschen, Kartoffeln, Rucola, Pfefferminze, Basilikum und Erdbeeren wurden von uns gesät und geerntet.
Natürlich läuft auch nicht alles immer super. Unser Kürbis und die Topinambur sind beispielsweise nichts geworden (wobei der Kürbis über 2-3 Monate in den wunderschönsten Farben blühte...und dann kam der Mehltau). Die Erdbeeren waren zum Klamöttchen noch lange nicht reif (es gab anfangs die Idee, dort einen Erdbeerkuchen „aus eigenem Garten“ anzubieten), dafür gab es vereinzelt noch Ende August/ Anfang September welche zu naschen.
Nichtsdestotrotz, unser Eingang sah noch nie so schön aus wie in diesem Sommer mit den vielen Sonnenblumenpflanzen und dem Gemüsebeet ;).
Schon allein die Pflege eines kleinen Mini-Gartens sensibilisiert für die Umwelt – und wenn man sein eigenes Gemüse oder Obst anbaut, dann wird deutlicher zu greifen, wie anfällig Landwirtschaft ist und wie abhängig man wäre, wenn man allein von dem Ertrag des eigenen Gartens leben müsste. Es wird auch deutlich, dass große Anbauflächen notwendig sind, um viele Menschen ernähren zu können.
Fazit: Ein Hochbeet zum eigenen Ausprobieren ist pädagogisch sehr wertvoll. Das Koeltze Team hat übrigens auch ein Hochbeet angelegt.
Und meine private Erfolgsstory in diesem Jahr lautet: juchu, ich weiß jetzt wie Kartoffeln wachsen. Und die wachsen, naja, sagen wir es mal so, ziemlich interessant... ;).

aus: BDP Jahresbericht 2016

Unser Hochbeet wird durch viele kleine Sonnenblumen, Tomatenpflanzen und einem Kürbis komplettiert.... Der Eingansbereich sind jetzt soooo viel schöner aus.

 

Mindestens eine rote Tomate ist uns gewiss ;).

 

Im Hochbeet dominiert der Ruccola.... und die Kartoffeln wuchern heraus.

Im Juli gabs vor allem Radieschen und Ruccolasalat....und in paar wenige Erdbeeren zu ernten ;9